Aus der Presse: Krimi zur besten Sendezeit

Es war eigentlich ein Spiel, das an diesem Abend keinen Sieger verdient hatte. Zur besten Sendezeit lieferten der VC SFG Olpe und der TSV Bayer Dormagen einen echten Krimi ab.

Am Ende behielt Gastgeber VC SFG Olpe sicher etwas glücklich mit 3:2 (25:16,20:25,26:24,23:25,16:14) gegen das junge Bayer-Team die Oberhand und ist neben Spitzenreiter KT 43 Köln noch ungeschlagen. Aber die weiße SFG-Weste hat doch etwas Schaden genommen.

War der erste Satz für den Gästetrainer eine „reine Katastrophe“, so war sein Pendant auf SFG-Seite, Michael Jürgens, nach dem 25:16 naturgemäß zunächst sehr zufrieden: „Da kam viel Freude auf, während Dormagen ziemlich von der Rolle war.“ Doch dann begann die Achterbahnfahrt in der SFG-Halle. Nach dem 20:25 in Durchgang zwei drohte schon der zweite Satzverlust. Die Gäste führten zwischenzeitlich mit sechs, sieben Punkten, als sich das Blatt noch drehte. Plötzlich 24:23, Satzball SFG. Fehlangabe Olpe, aber auch Dormagen zeigte Nerven, ebenfalls Fehlangabe. Schließlich dann doch das 26:24. Und das Wechselbad der Gefühle ging weiter. Spektakuläre Ballwechsel und tolle Abwehraktionen begeisterten zwar die Fans, doch beide Trainer ließen in dieser Phase Nerven. 5:9 gegen SFG, dann 19:16, bevor die Gäste noch mit 25:23 den Satzausgleich schafften. Und dieses Wechselspielchen hielt auch im Tie-Break an. 8:6 bei Seitenwechsel für SFG, dann 9:10 und 13:14, wobei Youngster Anna Lena Beul mit starkem Block überzeugte. 16:14 und die Welt war für SFG-Coach Michael Jürgens wieder halbwegs in Ordnung.

Kommentar der Vorsitzenden Claudia Dietzmann auf WhatsApp: „Ich bin zu alt dafür.“ „Das war schon ganz okay, was meine Mädels gegen einen körperlich überlegenen Gegner ablieferten“, stellte sich der Gästetrainer vor seine neuformierte Truppe, „sie spielten ja im Vorjahr noch durchweg in Verbandsliga und Landesliga. Die Mädels haben sich den Punkt redlich verdient.“ Dazu Michael Jürgens: „Dormagen hat sich den Punkt verdient. Aber ich bin natürlich traurig über den verlorenen Punkt. Früher hätte ich mich über einen Tiebreak-Sieg mehr gefreut, als es noch drei Punkte gab. Aber insgesamt bin ich mit der Leistung schon zufrieden.“ Und er verwies darauf, dass ihm mit Mia Basch und Mira Naber zwei wichtige Spielerinnen fehlten. So hatte er kaum Wechselmöglichkeiten. Durch den Ausfall von Mia Basch wechselte Lea Uebach auf die Vier, während Anna Lena Beul Diagonal übernehmen musste – und beide kamen auf ihren ungewohnten Positionen gut zurecht.

Jürgens monierte die stellenweise schwache Annahme und gegen Ende der Partie ließ auch die Blockabwehr zu wünschen übrig. Zudem kritisierte er, dass seine „Hammerfrau“ Kristin Bürger zu wenig mit Köpfchen spielte und kaum mit gelegten Bällen agierte. „Wenn ich den Ball optimal zugespielt bekomme, muss ich einfach draufhauen“, entschuldigte sie sich fast augenzwinkernd nach Spielschluss – doch auf diese Hammerschläge hatte sich die Feldabwehr der Gäste gut positioniert.

Jürgens Wahl zur wertvollsten Spielerin fiel eindeutig aus: Anna Lena Beul. Was das Küken der Mannschaft auf Diagonal, aber auch in der Feldabwehr leistete, war großartig. „Sie war sehr effektiv und an diesem Tag eine tragende Säule der Mannschaft“ – und das mit 14 Jahren.

Kader: Lea Uebach, Victoria Popov, Antonia Häner, Kristin Bürger, Caro Hermsen, Sabrina Küppers, Anna Lena Beul, Claudia Müller, Anna Sondermann.