Aus der Presse: Meister SFG erfüllt traurige Pflicht

27 März 2024

Der Meister hat seine schwierige Pflichtübung am letzten Spieltag der Oberliga beim abstiegsbedrohten Dürener TV mit 3:1 (29:27,18:25,25:19,25:22) absolviert und damit die Rheinländerinnen endgültig zurück in die Verbandsliga geschickt. Aber es war eine schwere Geburt und auch nicht gerade meisterlich, waren es doch Personalprobleme, die den VC SFG Olpe vor und auch während des Spiels plagten.

Mit Mia Basch und Mira Naber fehlten die beiden Jung-Talente ferienbedingt. Die Terminplanung des Verbandes lässt zu wünschen übrig. Krankmeldungen machten sich in der Woche breit. „Wir überlegten schon, ob wir überhaupt nach Düren fahren sollen“, sagte Trainer Michael Jürgens, schließlich standen seine Damen schon vorher als Meister fest. Aber die Punkte kampflos abzugeben kam dann doch nicht infrage. „Dann wäre KT Köln abgestiegen“, so Jürgens‘ Gedanken, „und Düren hätte die Liga gehalten. Nicht zu fahren wäre letztlich extrem unsportlich gewesen.“

Und so begann auch die Partie in Düren fast zwangsläufig – ohne Mumm, kein Gedanke des „Gewinnenmüssens“. Entsprechend desolat der Start. Düren legte ein 11:3 vor. Auszeit. Jürgens erinnerte an das 2:3 im Hinspiel, vor allem an das verheerende 2:15 im Tie-Break. Es war noch allgegenwärtig. „Da wurde meine Ansprache offenbar ernstgenommen“ – und der Umschwung begann. „Die Mädels wollten sich dann doch nicht unter Wert verkaufen, bewiesen beim 29:27 Moral und Nervenstärke und zeigten sich eines Meisters würdig. „Da waren alle Schmerzen und Krankheiten vergessen.“

Düren benötigte drei Punkte zum Klassenerhalt. Jetzt durfte kein Satz mehr verloren werden. Entsprechend erhöhten die Gastgeberinnen mit riskanten Angaben massiv den Druck – und die SFG-Annahme wackelte. Die heimischen Fans tobten, viel Stimmung auf den Rängen. Dazu auch irritierende Lärminstrumente bei den Angaben von SFG. Es war eine prickelnde Atmosphäre. Die Folge fast zwangsläufig: 18:25 aus SFG-Sicht.

Während sich die SFG-Damen aber wieder stabilisierten, die eigenen Aufschläge auch wieder sicherer wurden, konnte Düren dem Druck des Gegners wie auch dem eigenen Druck, den Abstieg vor Augen, nicht mehr standhalten. Das 25:19 im dritten Satz besiegelte das Schicksal des Dürener TV. Das anschließende 25:22 war nur noch Formsache.

Nach dem 2:3 gegen Hilden am Spieltag zuvor war es ein gutes Gefühl, noch einmal drei Punkte zu holen. Der SFG-Coach sah auch so etwas wie Genugtuung und war letztlich sehr stolz auf seine Truppe. „Sie hat heute noch einmal alles gegeben und lag platt am Boden“, schilderte Jürgens, sah in Kristin Bürger seine MVP und zollte auch Lea Uebach, sonst Diagonal, großes Lob, die auf Außen eingesetzt werden musste und „ihre Sache sehr gut machte“.

Mannschaftskapitänin Lea Uebach blickte auf eine Saison zurück, deren Ziel mit dieser „zusammengewürfelten“ Truppe der Klassenerhalt war – und nun mit dem Aufstieg in die Regionalliga gekrönt wurde. Das M-Wort sei erst spät geäußert worden. „So etwa in der Mitte der Rückrunde, als der Vorsprung in der Tabelle ausgebaut war. Als wir dann da oben mit einigen Punkten Vorsprung standen, kam schon der Gedanke auf: ‚Das könnte was werden‘. Und jetzt sind wir in der Regionalliga, richtig cool, wird aber auch sehr schwierig.“

Lea Uebach kam 2018 aus der Landesliga vom VC 73 Freudenberg zusammen mit Clara Strunk, die einen Auslandsaufenthalt hinter sich hat, nach Olpe und ist derzeit zusammen mit Kristin Bürger die einzige Siegerländerin im Team. „Es war trotz großer Altersunterschiede die Teamdynamik und die individuelle Leistung aller Spielerinnen“, nennt Lea Uebach, Gründe für den Aufschwung, „und daran ist auch Kristin mit ihrer Durchschlagskraft besonders beteiligt.“

Lea Uebach, der Kopf der Mannschaft, wohl auch eine Prima inter pares, führt einen Teil des Erfolgs auch auf die Fans zurück. „Wir sind sehr dankbar, dass immer so viele kommen und uns unterstützen. Das ist zuweilen ein Hexenkessel, die Fans geben alles – wir aber auch. Das trägt auch zu unserer Motivation bei.“

 

Der Kader am letzten Spieltag: Lea Uebach, Antonia Häner, Kristin Bürger, Carolin Hermsen, Sabrina Küppers, Victoria Popov, Anna Lena Beul, Eva van Vianen.

 

Der gemeldete Kader für die Saison 2023/24: Kristin Bürger, Carolin Hermsen, Antonia Häner, Sabrina Küppers, Claudia Müller, Helen Schneider, Annika Seidel, Anna Sondermann, Clara Strunkt, lea Uebach.

Trainer: Michael Jürgens, Damian Himmel.