Aus der Presse: SFG 1 klettert an die Tabellenspitze

Es sah nach dem ersten Satz so einfach aus, ein schnelles Ende schien vorprogrammiert. Doch nach dem 25:11 für die Volleyballerinnen des VC SFG Olpe zum Auftakt zeigten sich die Gäste vom AVC 93 Köln keineswegs geschockt und schlugen zurück. Am Ende aber stand doch ein schwer erkämpftes 3:1 (25:11,20:25,30:28,25:21) für den „Tabellenführer für eine Nacht“. Doch es wurde für eine ganze Woche, denn KT Köln musste ein 1:3 gegen Dormagen kassieren und konnte SFG nicht von der Spitze verdrängen.

„Ja, ich bin hochzufrieden mit den drei Punkten“, konnte SFG-Trainer Michael Jürgens erst einmal durchatmen und sein Co, Damian Himmel, sah es ebenso: „Das hätte nach dem dramatischen dritten Satz auch ohne Punkte für die Tabelle ausgehen können.“ Bei diesem Resultat war es für die endlich mal wieder zahlreicher erschienenen Fans auch Anlass, den SFG-Mädels den verdienten Applaus zukommen zu lassen. Und diese sogen den akustischen Glückwunsch auch dankbar auf.

Konzentriert begannen die Gastgeberinnen gegen den letztjährigen Vizemeister. Köln war noch gar nicht richtig wach, als das 25:11 besiegelt war, aber das Resultat war trügerisch. Wenn auch mit Ersatz, so besannen sich die Gäste doch ihrer Stärke und schlugen mit 25:20 zurück. Und was dann kam, war ein Nervenkitzel der besonderen Art. AVC steuerte bei 19:16 schon dem zweiten Satzgewinn entgegen, dann 24:24 und 24:25 gegen SFG. Doch die Gäste konnten fünf Satzbälle nicht nutzen, ehe es bei 29:28 Mia Basch mit einem „Kracher“ vorbehalten blieb, das 30:28 und damit das zwischenzeitliche 2:1 sicherzustellen.

Es war genau dieser Satz, als die Partie zugunsten der Gäste zu kippen drohte. „Da haben meine Mädels viel mentale Stärke bewiesen“, so Jürgens. Insgesamt traten seine Damen wesentlich konstanter als zuletzt auf, als Schwächephasen bei KT Köln zum 2:3 führten. „Ich habe heute wenig grobe Schnitzer gesehen.“ Es war ein richtig gutes Niveau gegen einen starken Gegner und eine überzeugende Leistung.

Hans Gerke, Trainer nicht nur der AVC-Damen, sondern auch der U16 von SFG, sah Konzentrationsprobleme bei seiner Mannschaft, bezeichnete aber den SFG-Sieg als verdient. Er wollte auch nicht die krankheitsbedingten Ausfälle seiner Truppe gelten lassen, der vorhandene Kader hatte sich aber unter Wert verkauft. „Doch es war ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte der AVC-Coach, „und wir verlieren unser Ziel nicht aus den Augen.“ Und dieses Ziel heißt „Platz eins bis drei“.

Das SFG-Trainer-Duo Jürgens/Himmel bescheinigte auch den Einwechselspielerinnen, dass sie ihre Einsätze gerechtfertigt hätten. Um sich dann bei der mittlerweile traditionellen „Wahl“ zur wertvollsten Spielerin schwerzutun. Offensiv war Kristin Bürger sehr stark, in der Abwehr holte Libera Claudia Müller fast aussichtslose Bälle. Und Caro Hermsen war nicht nur am Netz stark, sondern fiel auch durch druckvolle Angaben auf. Damian Himmel entschied schließlich: „Caro mit leichten Vorteilen.“ Für Cheftrainer Michael Jürgens ist die gute Momentaufnahme aber kein Grund zur Euphorie: „Mein Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt.“

 

Kader: Lea Uebach, Victoria Popov, Mia Basch, Antonia Häner, Helen Schneider, Kristin Bürger, Carolin Hermsen, Annika Seidel, Mira Naber, Sabrina Küppers, Anna Lena Beul, Claudia Müller (Libera).