Ihr außergewöhnlichstes Auswärtsspiel

03 Februar 2026

OLPE/ BREMEN. Das weiteste und in dieser Form auch sicherlich außergewöhnlichste Auswärtsspiel der Saison liegt hinter den Drittligavolleyballerinnen des VC SFG Olpe. Und aus diesem konnten sie immerhin einen Punkt für die Tabelle mitnehmen. Schon mittags um 12.30h ging es für die Sauerländerinnen los Richtung Norden, um am Samstagabend um 19.30 Uhr das Rückspiel gegen TV Eiche Horn Bremen zu bestreiten. Nach über Dreieinhalb Stunden und 300 Kilometern Anfahrt ging es vor Ort erst einmal in die gemeinsame Unterkunft, denn eins war der Mannschaft schon im Vorfeld klar: So spät fahren wir nicht mehr zurück – wir bleiben über Nacht in Bremen. Zumal die Vorhersagbarkeit der Dauer eines Volleyballspiels schwierig ist. Je nach Ergebnis ist zwischen einer und gut zweieinhalb Stunden alles möglich.

Also ging es, in der Hansestadt angekommen, gegen 16 Uhr erst einmal zum Check-In. Und von da aus weiter zur Spielhalle der Heimmannschaft. Dort wurden, wie gewohnt, zuerst die Gegebenheiten vor Ort in Augenschein genommen und während sich die SFG Damen bereitmachten für das bevorstehende Spiel, trudelten auch schon die ersten der zahlreichen mitgereisten Fans auf der Tribüne ein. Einige Olper Zuschauer waren nämlich bereits am Freitag angereist, um das Team zu unterstützen und sich bei dieser Gelegenheit auch direkt die Stadt an der Weser anzuschauen. Und von da an hätte es, abgesehen davon, dass die für ein Auswärtsspiel beachtlichen Menge Fans tatsächlich außergewöhnlich war, wie gewohnt weitergehen können im Spieltagsprogramm, wären die Olper Volleyballerinnen nicht ohne Trainer angereist. Schon am Vortag war bekannt geworden: Trainer Damian Himmel, der die Auswärtsspiele des Teams begleitet, hatte sich krankgemeldet und konnte somit nicht das Coaching bei diesem ungewöhnlichen Spieltag übernehmen. Trainer Michael Jürgens, der selbst so kurzfristig auch nicht nach Bremen fahren konnte, versuchte Lösungen zu finden. Es wurde recherchiert, telefoniert und sich informiert. Denn wie bei so Vielem gibt es auch im Bezug auf die Trainerfrage in der dritten Liga Regularien, die die Vereine durchaus vor Herausforderungen stellen können. Fehlt in dieser Liga zum Beispiel die entsprechende Trainerlizenz, können Strafen anfallen.

Aber eine Lösung war schnell gefunden und so wurden die mitgereiste Außenangreiferin Kristin Bürger, die verletzungsbedingt noch nicht wieder selbst spielen kann, und Mittelblockerin Sabrina Küppers, die über die benötigte Trainerlizenz verfügt, aushilfsweise als Coaches nominiert. Und die beiden waren sich im Vorfeld einig, dass man diese Herausforderung als Mannschaft gemeinsam bewältigen würde, auch wenn sich Kristin Bürger in der Rolle als Spielerin sichtlich wohler fühlt: „Da Sabrina ja zugleich als Spielerin und als Trainerin eingetragen war („Spielertrainerin“, Anm. d. R.), musste ich als Co-Trainerin die Aufgaben des Coaches an der Seitenlinie übernehmen. Und das liegt mir irgendwie gar nicht – ich bin viel lieber auf dem Spielfeld, oder bei der Mannschaft, als dort neben dem Feld zu stehen.“ Sie hätte aber auch viel Unterstützung von der Mannschaft und ihrer „Trainerkollegin“ erfahren, erzählte sie weiter. Zudem verfolgten die beiden regulären SFG Coaches das Spiel ihrer Mannschaft im Live-Stream und standen durchgehend mit ihren beiden Vertreterinnen in Kontakt, um taktische Hilfestellungen zu geben.

Und trotz der außergewöhnlichen Umstände und nach einem etwas chaotischen Aufwärmen, starteten die Volleyballerinnen vom Biggesee gut ins Spiel. Und nach drei jeweils sehr knappen Sätzen stand es 2:1 für Olpe. Auch der vierte Satz verlief lange Zeit auf Augenhöhe, bis sich die SFG Damen schließlich gegen Ende absetzen konnten und es dann aber beim Spielstand von 24:18 nicht schafften, den letzten, entscheidenden Punkt zu erzielen. Eine Aufschlagserie der gegnerischen Mittelblockerin brachte noch einmal die Wende des Spiels, denn nach der hohen Führung und dem Satzverlust in Durchgang vier, unterlagen die Olperinnen letztendlich auch im Tiebreak und konnten somit nur einen Tabellenpunkt mit ins Sauerland bringen. Trainer Michael Jürgens zeigte sich nach diesem Ergebnis enttäuscht: „So etwas darf eigentlich in der dritten Liga nicht passieren, dass man so viele Matchbälle vergibt.“ Aber dennoch bedankte er sich bei seinen beiden Spielerinnen, für die „Vertretung an der Linie“ und hob positiv hervor, dass seine Mannschaft trotz der vielen, größtenteils verletzungsbedingten Ausfälle, noch so gut mit dem derzeitigen Tabellendritten mithalten könne. MVP auf Olper Seite wurde Zuspielerin Antonia Häner.

Und auch wenn den Sauerländerinnen drei Punkte lieber gewesen wären, weiß die Mannschaft, dass auch dieser eine Punkt wichtig ist für die Tabelle. Also ließ das Team sich von diesem Volleyballkrimi zur besten Sendezeit am Samstagabend nicht die Laune verderben und nutze die Gelegenheit, zusammen mit den mitgereisten Fans noch Bremen zu erkunden, bevor es am Sonntagmittag wieder zurück in die Heimat ging. Zumindest für die meisten, denn weil die Volleyballerinnen nicht genug von ihrem Sport bekommen, machte ein Großteil der Mannschaft auf der Rückfahrt noch einen Umweg über Düsseldorf, um dort die befreundete Herren Regionalliga Mannschaft vom VC Freudenberg beim Auswärtsspiel anzufeuern.

Für die SFG Damen selbst geht es am kommenden Samstag mit einem Heimspiel weiter.

Kader SFG1: Lea Uebach, Clara Strunk, Victoria Popov, Antonia Häner, Mira Naber, Anna Lena Beul, Melanie Schäfer, Anja Kempny, Sabrina Küppers, Carolin Heydrich, Helen Dannenberg
Trainer und Co-Trainer: Sabrina Küppers und Kristin Bürger