02 Januar 2026
OLPE. Die Hälfte der Saison liegt bereits hinter den Volleyballerinnen der ersten Mannschaft des VC SFG Olpe, die im September in das „Abenteuer dritte Liga“ starteten. Zeit für ein Zwischenfazit, denn der Start war alles anderes als reibungslos. Da waren mehr Regularien um das Spielfeld herum, die es zu beachten gab, alles war etwas offizieller, selbst die Begrüßung und dann hatten auch noch die neuen Trikots eine Lieferverzögerung. Dabei waren doch jetzt zwei verschieden farbige Sätze Pflicht, weil nicht mehr Heim- und Gastmannschaft in derselben Farbe spielen dürfen. Aber nicht nur um den Spielbetrieb herum gab es einige Änderungen, denn auch spielerisch musste sich die Mannschaft von Trainerteam Michael Jürgens und Damien Himmel auf die neue Liga einstellen. Zwar konnten sie bereits im ersten Spiel gegen Aufstiegskandidat Dingen den ersten Satz für sich entscheiden, merkten aber schnell: „In dieser Liga weht ein anderer Wind“. Spielerinnen und Trainer haben mit einigen neuen Herausforderungen zu kämpfen und erlebten bereits in der ersten Saisonhälfte eine wahre Achterbahnfahrt, es gab Siege und Niederlagen, extrem gute und auch einige weniger gute Spiele. Aber zum Einzug in die Winterpause ist das Saisonziel Klassenerhalt vorerst erreicht und Olpe überwintert auf dem anvisierten Nichtabstiegsplatz. Das hält Trainer Michael Jürgens nicht für selbstverständlich nach dem zweiten Aufstieg in Folge, zumal die Mitaufsteiger Essen und Bad Laer sich derzeit auf den letzten beiden Tabellenplätzen einfinden müssen. Dass man sich als Neuling in der dritten Liga vielleicht schwertun würde, hatte der erfahrene Coach vorausgesehen und in einer Mannschaftssitzung vor der Saison das Bild eines Freizeitparks ins Spiel gebracht. Man hätte mit Erreichen der Relegation der letzten Saison schon das Sahnehäubchen aufgesetzt. Ein weiterer Aufstieg, wie er dann auch erreicht wurde, sei dann noch die Kirsche obendrauf. Die Mannschaft solle also jetzt das „Abenteuer dritte Liga“ wie einen Freizeitparkbesuch betrachten. Wichtig sei, dass man Spaß hätte, es als eine tolle Erfahrung betrachte und sich bewusst mache, dass es auch bei solch einem Besuch immer ein Auf und Ab geben könne. „Das heißt nicht, dass wir das nicht ernst nehmen“, erklärt Jürgens seinen Vergleich, „sondern einfach nur, dass wir das genießen mit all seinen Höhen und Tiefen. Denn auch in einem Freizeitpark gefallen einem nicht alle Fahrgeschäfte. Wir sollten es als Abenteuer sehen, in dem Wissen, dass sicher auch Niederlagen kommen. Und wir wollen versuchen, das Beste aus der Saison mitzunehmen.“ Nach der absolvierten Hinrunde, habe er nach manch einer Niederlage den Eindruck gehabt, der Abenteuercharakter wäre etwas verloren gegangen und man sehe das zu verbissen. Aber natürlich müsse man sich nach zwei Aufstiegen auch erstmal wieder daran gewöhnen, Spiele zu verlieren, manchmal auch mehrere hintereinander. Diesbezüglich fehle noch ein wenige die Leichtigkeit, dass dies „im Abenteuerland dritte Liga“ einfach dazu gehöre, da sein Team auch mit deutlich besseren Gegnern konfrontiert sei. „Aber das sind Kleinigkeiten im Hinblick auf das Abenteuerlandbild. Letzten Endes finde ich, dass wir das sehr gut hinbekommen, auch wenn ich natürlich in manchen Dingen noch nicht zufrieden bin: wir müssen an der Annahme arbeiten und an unserer Angriffsstärke und ich hoffe, dass wir in der Rückrunde die Möglichkeit haben, uns da noch zu verbessern, aber da bin ich sehr optimistisch.“
Seine persönliche Herausforderung in der Dritten Liga sehe er tatsächlich auch darin, zu lernen, Niederlagen zu verkraften, da er gar nicht gerne verliere. Außerdem sei es wichtig, seinem eigenen Training treu zu bleiben und nicht der Versuchung zu erliegen, immer auf die mögliche Schwachstelle des letzten Spieltages zu reagieren.
Trainer Damian Himmel zieht nach der ersten Hälfte der Saison folgendes Fazit: „Die Hinrunde in der dritten Liga war für uns vor allem eins: intensiv. Nach zwei Aufstiegen in Folge mussten wir uns erst an das deutlich höhere Spieltempo gewöhnen. Das hat man in einigen Spielen gemerkt, gerade in Phasen in denen uns noch die Konstanz gefehlt hat. Trotzdem hat die Mannschaft immer wieder gezeigt, was in ihr steckt.“
Er wisse um die Herausforderungen, der Rückrunde, nicht zuletzt, da dem Team mehr Auswärts- als Heimspiele bevorstünden, gehe aber mit einem Guten Gefühl in die zweite Saisonhälfte. Den Fokus wolle man darauflegen, die guten Leistungen konstanter auf Feld zu bringen.
Und auch Damian Himmel hat seine ganz persönliche Herausforderung in dieser Saison: „In einigen Spielen selbst als Headcoach an der Seitenlinie zu stehen, ist in der dritten Liga noch einmal etwas ganz anderes. Das Umfeld ist deutlich professioneller, die Hallen voller, die Atmosphäre intensiver. Durch das hohe Spieltempo, muss man permanent wach sein, Situationen schnell lesen und innerhalb weniger Ballwechsel die richtigen taktischen Anpassungen finden.“
Das deutlich höhere Spieltempo ist ein wiederkehrendes Thema in dieser Saison. Auch Mannschafstkapitänin Lea Uebach, sieht hier eine Herausforderung für sich und ihr Team: „Daran mussten wir uns erst gewöhnen. Im Vergleich zur Regionalliga sind die gegnerischen Teams homogener und liefern konstanter ein hohes Niveau ab. Dagegen müssen wir lernen, dass wir das hohe Niveau halten müssen und wir uns weniger erlauben können, mal eine schlechte Phase zu haben. Dabei müssen wir auch als Team lernen, Niederlagen einzustecken.“ Sollte ihre Mannschaft die Saison, wie die Hinrunde abschließen, wäre sie zufrieden, sagt sie.
Einig sind sich jedenfalls sowohl Mannschaft als auch Trainerteam darüber, dass man sich in der in der zweiten Hälfte weiter verbessern und genügend Punkte holen möchte, um mit dem Saisonziel Klassenerhalt abzuschließen.
Für die Sauerländerinnen startet die Rückrunde am 11. Januar zu Hause gegen Tabellenführer Dingden.