SFG-Volleyballerinnen holen überraschenden Punkt beim Tabellenzweiten

27 Februar 2026

OLPE/ LESCHEDE. „Machen wir uns nichts vor. Da ist heute kein Spiel, das wir gewinnen müssen. Das ist ein Team, das zurecht auf dem zweiten Platz steht und das alle Mannschaften in der Liga deutlich schlägt und ich könnte Euch jetzt etwas erzählen von David gegen Goliath und dann überdreht ihr vielleicht und das wäre auch nicht gut. Aber was wir machen können ist, wir können taktisch spielen. Und uns darauf konzentrieren, die Taktik umzusetzen, was uns sonst nicht immer durchgehend gut gelingt, habe ich den Eindruck.“ Mit dieser ehrlichen Ansprache vor dem Spiel nahm Trainer Damian Himmel jede Menge Druck von den Schultern seiner Spielerinnen, die nach wie vor um das Saisonziel Klassenerhalt kämpfen. Und die zuletzt beim Auswärtsspiel in Aachen noch erlebten, wie negativ es ein Spiel beeinflussen kann, wenn man zu verkopft spielt und sich selbst zu sehr unter Druck setzt. Und seine Rede zeigte Wirkung, denn seine Damen spielten taktisch. Und vor allem losgelöst und vollkommen befreit. Wo letzte Woche noch Unsicherheiten herrschten und Abstimmungsfehler sich häuften, übernahm an diesem Spieltag wieder der unvergleichliche Teamgeist der Sauerländerinnen das Ruder und auf einmal funktionierte alles. Die Vorgaben des Trainers wurden umgesetzt, die sonst so häufig kritisierte Annahme war stabil, die Angriffe waren mutig und druckvoll oder clever und platziert und in der Abwehr waren die SFG-Damen sehr wachsam und zeigten bisweilen spektakuläre Rettungsaktionen. Und nach einem schier endlosen Ballwechsel gegen Ende des zweiten Satzes, den die Olper Volleyballerinnen für sich entscheiden konnten, stand es, einige weitere nervenaufreibende Punkte später, zwei zu null in Sätzen für Olpe und ein Punkt für die Tabelle war sicher.
Doch Olpe wollte mehr. Aber auch die Gegnerinnen vom FC 47 Leschede wollten noch einmal zeigen, warum sie zurecht auf dem zweiten Tabellenplatz stehen und so entbrannte aus der zwei zu null Führung der Olperinnen ein Fünfsatz-Krimi mit dem besseren Ende für die Gastgeberinnen aus dem Kreis Emsbüren. Zufrieden waren Trainer und Mannschaft nach dem Spiel dennoch. Denn auch wenn sie nur den einen Punkt für die Tabelle mitnehmen konnte, waren sie doch weit über ihren Erwartungen, den Gegner ein wenig zu ärgern, geblieben. Und auch das Ziel, wieder mehr im Team zusammen zu spielen, was Mittelblockerin Clara Strunk vor dem Spiel postuliert hatte, wurde vollumfänglich erreicht.
„Von außen war es ein richtig cooles Spiel. Es hat alles irgendwie so leicht ausgesehen am Anfang. Alles so entspannt und locker. Und dieser Flow, der da auf dem Feld war, das hat euch im Endeffekt getragen die ganze Zeit“, stellte Trainer Damian Himmel nach dem Spiel fest, während er in die noch von der Anstrengung roten Gesichter seiner Spielerinnen blickte. Und damit wollte er ihnen keinesfalls die enorme sportliche Leistung absprechen, die sie kurz zuvor an den Tag gelegt hatten, sondern positiv hervorheben, welche Leichtigkeit und welchen Spaß sie trotz höchster Konzentration auf und neben dem Spielfeld ausgestrahlt hätten. Für jede einzelne Spielerin fand er lobende Worte. Doch auch das Feedback der Mannschaft für den Trainer war voller Anerkennung. „Wir können definitiv stolz auf uns sein, aber wenn du, Damian, nicht vorher so eine Ansprache gehalten hättest, wäre diese Mannschaftsleistung heute vielleicht nicht in der Form da gewesen. Ich möchte dir mal sagen, dass du das richtig toll machst“, lobte Libera Melanie Schäfer den Trainer und bekam dafür die volle Zustimmung des gesamten Teams.
Anerkennung für die Spielerinnen gab es desweiteren sogar vom Lescheder Hallensprecher, der die heimischen Fans um einen Applaus die Gäste aus Olpe bat, die ein Spiel auf höchstem Niveau gezeigt hätten und auch der Lescheder Trainer Pascall Reiß (früher auch in Olpe tätig), attestierte den Olperinnen eine wirklich gute Leistung und eine Angriffstärke, die er in der Form nicht erwartet habe. Besonderen Eindruck hinterließ Kapitänin Lea Uebach, die mit der silbernen MVP-Medaille ausgezeichnet wurde.

Kader SFG1: Lea Uebach, Clara Strunk, Victoria Popov, Antonia Häner, Mira Naber, Anna Lena Beul, Melanie Schäfer, Anja Kempny, Carolin Heydrich, Helen Dannenberg